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Wer bezahlt für unsere Kleidung?

Bangladesch ist nach China der weltweit größte Textilproduzent. Von den mehr als 160 Mio. Einwohnern sind etwa 20 Mio. abhängig von der Textilindustrie. Diese Menschen bezahlen für unsere Kleidung – mit ihrer Gesundheit, manche mit ihrem Leben.

Kleidung für den Weltmarkt

Bangladesch ist ein armes, überbevölkertes Land, das etwa 80 % seiner Exporteinnahmen aus dem internationalen Absatz von Kleidung erwirtschaftet. Großkonzerne lassen in den sogenannten Exportproduktionszonen Textilien produzieren, da es marktwirtschaftlich durchaus sinnvoll ist – neben den steuerlichen Vorteilen können die Textilerzeugnisse billig in die EU eingeführt werden, da Entwicklungsländer meist von Zöllen befreit sind.

Unmenschliche Arbeitsbedingungen

Die offizielle Arbeitslosenquote liegt bei circa 5 %, doch kann davon ausgegangen werden, dass circa 40 % der Bangladescher unterbeschäftigt sein dürften. Diese Tatsache trägt dazu bei, dass der Produktionsfaktor Arbeit so billig ist.

Ein Textilarbeiter verdient weniger als 20 Cent pro Stunde. Ein Kilogramm Reis kostet in Bangladesch etwa 50 Cent. Die empfohlene minimale Geldmenge für Nahrung liegt bei 2,46 Euro pro Person pro Tag (www.numbeo.com/food-prices).

Die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie sind mit denen in der Anfangszeit der Industrialisierung in Europa zu vergleichen: Niedrige Löhne, schwache Stellung der Arbeiter, unbezahlte Überstunden, keine Gewerkschaften, marode Fabriken, viele Arbeitsunfälle – Wer sich dagegen auflehnt, riskiert es, seinen Arbeitsplatz zu verlieren.

Handelsbeziehungen zu Großkonzernen

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